Feuerwerk Gesetze!   
Silvester nach Vorschrift? Aber sicher!                                                                                                      

Die alljährliche Silvesterfreude wird immer wieder getrübt durch Unfälle und Brände, die durch den unsachgemäßen und teilweise fahrlässigen Umgang mit Feuerwerkskörpern verursacht werden.
Auch in diesem Jahr gelten, neben dem Gebrauch des gesunden Menschenverstandes, die gesetzlichen Regelungen zum sicheren Umgang mit Feuerwerk, die im Sprengstoffgesetz (Gesetz über explosionsgefährliche Stoffe, SprengG) und in der Ersten Verordnung zum Sprengstoffgesetz (1. SprengV) festgelegt sind.
Demnach besteht insbesondere ein Verbot für das Abbrennen von Feuerwerk in unmittelbarer Nähe von:

  • Kirchen
  • Krankenhäusern
  • Kinder- und Altersheimen und
  • Reet- und Fachwerkhäusern

Das Abbrennen von Feuerwerk durch jedermann an Silvester und Neujahr ist eine Ausnahmeregelung. Außerhalb dieser Zeit muss mindestens zwei Wochen im Voraus eine Erlaubnis der örtlichen Behörden eingeholt werden.
Viele Gemeinden schränken durch Ortssatzung das Abbrennen von Feuerwerk am Jahreswechsel weiter ein auf den Zeitraum von 18.00 Uhr bis 07.00 Uhr. Daneben gibt es vollständige Verbote für "Privatfeuerwerk" für Bereiche mit großen Menschenansammlungen (z. B. in Berlin rund um das Brandenburger Tor).


Die gesetzlichen Regelungen im Detail: Umgang und Verkehr mit pyrotechnischen Gegenständen sind im Gesetz über explosionsgefährliche Stoffe (Sprengstoffgesetz - SprengG) und der Ersten Verordnung zum Sprengstoffgesetz (1. SprengV) geregelt.
Seit Jahrzehnten besteht in der 1. SprengV ein Verbot für das Abbrennen von Feuerwerk in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen. Dieses Verbot gilt ganzjährig und für alle Kategorien von Feuerwerksartikeln. Seit dem 1. Oktober 2009 ist - auf Wunsch der Länder - gemäß § 23 Abs. 1 der 1. SprengV auch das Abbrennen von Feuerwerk in unmittelbarer Nähe von Reet- und Fachwerkhäusern verboten. Die Regelung ist unmittelbar geltendes Recht.
Der Vollzug des Sprengstoffrechts ist Aufgabe der Länder. Ob ein Abbrennort in "unmittelbarer Nähe" eines der vorgenannten geschützten Objekte ist, muss anhand der örtlichen Gegebenheiten festgestellt werden.
Welche Behörden im Einzelfall zuständig sind, bestimmt sich nach Landesrecht. Neben den für den Vollzug des Sprengstoffrechts zuständigen Behörden können auch die für die allgemeine Gefahrenabwehr zuständigen Behörden (Polizei, Ordnungsämter) bei Verstößen einschreiten.
Feuerwerkskörper der Kategorie 1 (Kleinstfeuerwerk, früher "Feuerwerksspielzeug") dürfen legal von Personen ab vollendetem 12. Lebensjahr benutzt werden.
Feuerwerkskörper der Kategorie 2, zu der das Silvesterfeuerwerk gehört, dürfen nur vom 29. bis 31. Dezember an Personen ab vollendetem 18. Lebensjahr überlassen und nur am 31. Dezember und 1. Januar von diesen Personen auch abgebrannt werden. An allen anderen Tagen des Jahres ist für den Erwerb und die Verwendung dieses Feuerwerks eine sprengstoffrechtliche Erlaubnis, ein sog. Befähigungsschein oder eine Ausnahmegenehmigung der zuständigen Behörde erforderlich.
Feuerwerk der Kategorien 3 und 4 darf generell nur von besonders qualifizierten Personen mit Erlaubnis/Befähigungsschein abgebrannt werden.
Verstöße gegen die sprengstoffrechtlichen Bestimmungen können jeweils als Ordnungswidrigkeit mit Geldbuße bis zu 50.000 Euro geahndet werden. Der Umgang mit nicht zugelassenem Feuerwerk ist als Straftat mit Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren oder Geldstrafe bedroht. Bei wissentlicher Gefährdung von Personen oder Sachen von bedeutendem Wert kann auf Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren erkannt werden.

Datum 28.12.2010 Quelle: BMI/Hans-Joachim M. Rickel                                                

 

Einteilung in Klassen / Kategorien.  Feuerwerkskörper für Vergnügungszwecke sind in Deutschland je nach ihrer Gefährlichkeit und Größe in vier Klassen unterteilt. Die Klasse 1 oder auch Kleinstfeuerwerk bzw. Jugendfeuerwerk (früher Kinderfeuerwerk) darf von jeder Person, die älter als 12 Jahre* ist, erworben und das ganze Jahr über verwendet werden. Die max. Satzmenge (Pulvergewicht) beträgt lediglich 3g - gefährliche Sätze sind verboten. Daran schließt sich die Klasse 2 an, deren Satzgewichtsgrenzen mit bis zu 50g pro Feuerwerkskörper bereits wesentlich höher liegen. Das Bestreben um eine Harmonisierung mit den europäischen Nachbarländern im Bereich der Feuerwerkskörper, macht es sogar möglich, dass seit 1998 Satzgewichte von mehr als 50g möglich sind. Die Erweiterung der Satzgewichtsgrenzen ist aber auch nur dann zulässig, wenn es sich dabei um ein sogenanntes Batteriefeuerwerk handelt. Beim Batteriefeuerwerk welches bisher max. 200g pyrotechnische Sätze enthalten konnte und seit Kurzem sogar 500g erlaubt ist, handelt es sich um Anordnungen mehrerer einzelner Bombettenrohre, die untereinander mit einer Zündschnur verbunden sind. Dadurch ist es möglich durch einmaliges zünden eine Kettenreaktion im Abschuss zu erzielen. In Kombination mit Fontänen dürfen die Feuerwerksbatterien heute übrigens sogar bis 600g NEM (NettoExplosivstoffMasse) enthalten. Da die Gegenstände dieser Klasse bereits wesentlich gefährlicher sind, ist der Verkauf auf die letzten drei verkaufsoffenen Tage beschränkt und die Verwendung nur in der Silvesternacht. Mit einer entsprechenden Ausnahmegenehmigung von der zuständigen Behörde, kann man Feuerwerk dieser Klasse aber auch mitten im Jahr erwerben und verwenden. Wir kommen nun zur Klasse 3, dem Mittelfeuerwerk oder auch als Gartenfeuerwerk bezeichnet. Da diese Klasse teilweise sehr gefährliche Sätze, zum Teil auch in relativ großen Mengen enthalten kann, ist für den Erwerb solcher Feuerwerkskörper eine spezielle Ausbildung nötig. Insgesamt verliert Feuerwerk der Klasse III in Deutschland aber zunehmend an Bedeutung. Die Klasse 4 bildet den Abschluss. Das Großfeuerwerk, wie diese Klasse bezeichnet wird, besitzt (fast) keine Einschränkungen. Für den Erwerb und Umgang mit Feuerwerkskörpern dieser Klasse ist ebenfalls eine spezielle Ausbildung nötig. Dabei müssen Kenntnisse über Gesetzeslagen, Funktionsweise von Feuerwerkskörpern usw. erworben und in einer Prüfung nachgewiesen werden. Abschließend sei noch angemerkt, dass die Klassen korrekter weise mit römischen Ziffern, also Klasse I, Klasse II, Klasse III, Klasse IV bezeichnet werden und mit Einführung der CE-Zulassung nun Kategorie F1, Kategorie F2, Kategorie F3 und Kategorie F4 heißen. Außerdem gibt es noch die Kategorie T1, welche das Bühnenfeuerwerk bezeichnet und die Kategorie P für sonstige pyrotechnische Gegenstände wie zum Beispiel Airbag-Gasgeneratoren, Gurtstraffer und viele Weitere.